Ausbildung zum Pharmareferenten

Die Ausbildung zum Pharmareferenten erfolgt als Weiterbildungsfortbildung, das heißt, ein Studium ist nicht notwendig. Dafür müssen aber die Zulassungsvoraussetzungen erfüllt werden: Wer die Weiterbildung absolvieren will, muss über eine abgeschlossene Ausbildung in einem inhaltlich verwandten Ausbildungsberuf verfügen. Das kann ein medizinischer, ein naturwissenschaftlicher oder auch ein kaufmännischer Ausbildungsberuf sein; wichtig ist, dass dieser im Anschluss an die Abschlussprüfung über einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren ausgeübt wurde. Die Zugangsvoraussetzungen erfüllt ebenfalls, wer mindestens fünf Jahre im Handel oder Vertrieb relevanter Bereiche (Naturwissenschaft, Pharmakologie, Gesundheitsmanagement und anderes) berufstätig war.

Die Ausbildung wird in Voll- und Teilzeit sowie als Wochenend- oder als Fernlehrgang angeboten. Durchgeführt wird sie von verschiedenen Instituten der Industrie- und Handelskammer oder auch in privater Trägerschaft. Je nach Wahl der Ausbildungsstätte und der Ausbildungsvariante beträgt die Dauer der Ausbildung sechs bis achtzehn Monate. Die Auszubildenden erhalten keine Vergütung, können aber unter bestimmten Umständen Lehrgangsgebühren und andere Kosten erstattet bekommen. Auch eine Förderung durch das Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz oder ein Weiterbildungsstipendium kommt in einigen Fällen infrage.

Zu den Aufgaben von Pharmareferenten gehört vornehmlich die Beratung von medizinischem Fachpersonal. Aber auch die Dokumentation von Arzneimittelgaben und deren Auswirkungen auf die Patienten ist Teil des Berufes. Entsprechend sieht die Ausbildung ein breites Themenspektrum vor, das in vier Bereiche untergliedert ist: naturwissenschaftliche und medizinische Grundlagen, Pharmakologie und -therapie, Arzneimittelrecht und Gesundheitsmanagement, Kommunikation und Marketing. Die Weiterbildung wird durch eine Prüfung abgeschlossen, die vor einem Ausschuss der Industrie- und Handelskammer abgelegt werden muss. Die Prüfungsinhalte entsprechen der Unterteilung in die vier Unterrichtsbereiche; in den drei erstgenannten müssen schriftliche Prüfungen absolviert werden, in Kommunikation und Marketing erfolgt ein mündliches Fachgespräch.

Die Tätigkeit umfasst beratende, analytische und kaufmännische Aspekte; Pharmareferenten sollten zudem über ausgeprägte kommunikative Fähigkeiten verfügen. Im Umgang mit Kunden zählen ein sicheres und freundliches Auftreten und natürlich das notwendige Fachwissen, um mit dem medizinischen Personal mit Apothekern und Ärzten „auf gleicher Augenhöhe“ argumentieren zu können. Pharmareferenten sind zudem an ständig wechselnden Einsatzorten aktiv, daher müssen sie sich als äußerst mobil und reisefreudig erweisen.

Die Ausbildung zum Pharmareferenten eignet sich somit für alle, die in einem medizinischen beratenden Beruf tätig sein wollen, ohne ein mehrere Jahre dauerndes Studium absolvieren zu müssen. Sie ist darüber hinaus auch Bewerbern ohne Fachhochschulreife zugänglich, sofern diese über die genannten Zugangsvoraussetzungen verfügen. Sie ist bundesweit einheitlich geregelt, wird aber nicht an allen Orten angeboten; ist eine geeignete Studienstätte in unmittelbarer Nähe des eigenen Wohnortes nicht zu finden, besteht jedoch die Möglichkeit, ein Fernstudium aufzunehmen.

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