Aussetzung der Wehrpflicht in Deutschland

Dass die Diskussion über die Aussetzung der Wehrpflicht nur durch die Sparvorgaben der Bundesregierung an das Verteidigungsministerium aufgekommen sind ist nicht von der Hand zu weisen. Anderenfalls hätte sich wohl kaum jemand darüber Gedanken gemacht die Bürger in Uniform vorübergehend abzuschaffen. Und das war nach dem zweiten Weltkrieg ein sehr wichtiger Punkt. Die Bundeswehr sollte keine reine Berufsarmee sein. Es sollten vielmehr die Bürger des eigenen Landes darin zeitweise untergebracht werden. Dies sollte zum einen die Akzeptanz in der Bevölkerung sichern, welche nach der Aufklärung über das Kriegsgeschehen sehr gelitten hatte und zum anderen verhindern, dass die Bundeswehr sich verselbständigt. Es sollte schlichtweg eine bürgernahe Bundeswehr sein. Die Wehrpflicht war damals als so Wichtig empfunden worden, dass dies auch im Grundgesetzt verankert wurde (Art. 12a und 87a GG).
Über die Akzeptanz der Bundeswehr in der Bevölkerung muss man sich in der heutigen Zeit wohl kaum noch Gedanken machen. Auch wenn Vereidigungsfeierlichkeiten immer wieder von Protesten überschattet sind. Die Mehrzahl der Deutschen hat ein gutes Bild unserer Bundeswehr und wir sind weit davon entfernt sie als Kriegsverbrecher und Mörder zu betitulieren. Auch muss eine Separation der Bundeswehr auf Grund der inzwischen gediehenen demokratischen Entwicklungen in unserem Land nicht mehr befürchtet werden.

Diese Tatsachen lassen uns, abgesehen von den bereits erwähnten Sparzwängen, über die Sinnhaftigkeit einer Wehrpflicht nachdenken. Eine extreme Verkürzung der Wehrzeit ist auszuschließen, da die Ausbildungsinhalte sonst nicht mehr vermittelt werden könnten und die Wehrpflichtigen eine erhöhte Mehrbelastung für die Bundeswehr darstellen würden.

Somit fiel die Wahl des Verteidigungsministers auf die Aussetzung der Wehrpflicht. Entgegen der Meinung der meisten Deutschen geht es nicht um eine Abschaffung. Die Wehrpflicht bleibt nach wie vor im Grundgesetzt verankert und kann bei Bedarf wieder eingesetzt werden.
Der kalte Krieg ist inzwischen vorbei, Europa ist eine Einheit geworden. Ein Einmarsch fremder Truppen in das Bundesgebiet ist nicht mehr zu befürchten. Da die momentanen Gefahren wie Terrorismus hauptsächlich in das Aufgabengebiet der inneren Sicherheit fallen, beschränken sich die Einsatzmöglichkeiten der Bundeswehr im Moment auf Auslandseinsätze im Rahmen des EU- Mandates oder humanitärer Hilfen im In- oder Ausland bei Naturkatastrophen oder ähnlichem.
Ein Wegfallen der Wehrpflichtigen in der Bundeswehr, also einer Verkleinerung der Bundeswehr, ist in der heutigen Zeit sicherlich ein gangbarer Weg. Die Sicherheit in Europa ist gegeben und für die oben angemerkten Einsatzmöglichkeiten wie zum Beispiel den Auslandeinsätzen ist eine spezialisierte Berufsarmee sicherlich den heutigen Anforderungen angemessen und genügend.

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