Die Wohnungssuche – eigene Wohnung, WG oder Wohnheim?

Filed in Finanzen , Studentenleben 11 comments

Als ich vor nunmehr drei Jahren erste Vorbereitungen für mein Studium getroffen habe, ware eine der Hauptfragen die Wahl der richtigen Unterkunft. In der Regel studiert man ja etwas weiter vom Heimatsort entfernt und ist deshalb auf eine eigene Bleibe angewiesen. Es bieten sich drei verschiedene Möglichkeiten: eine eigene Wohnung, eine Wohngemeinschaft oder ein Studentenwohnheim. Aber jede dieser Möglichkeiten hat mehrere Vor- und Nachteile, die es individuell abzuwägen gilt.

Eigene Wohnung:

Die Vorteile einer eigenen Wohnung liegen auf der Hand: man muss – abgesehen natürlich von den Hausbewohnern – auf niemanden Rücksicht nehmen, kann alles nach eigenem Geschmack einrichten und muss bei Neuanschaffungen sich mit niemandem Absprechen. Man wird auch nie das Problem haben, dass morgens das Bad besetzt ist oder die Mitbewohner mal wieder bis spät in die Nacht etwas lauter gefeiert haben. All diese Vornehmlichkeiten muss man sich jedoch mit einem im Regelfall bedeutend höheren finanziellen Aufwand erkaufen. Während in einem Mehrpersonenhaushalt sämtliche Anschaffungen und auch Dinge wie Telefon, Internet oder Strom auf mehrere Personen verteilt werden können, muss man diese in der eigenen Wohnung komplett selbst tragen. Doch auch für das gesellschaftliche Miteinander kann eine eigene Wohnung zeitweise Nachteile mit sich bringen. In Wohnheimen und WGs sind öfters mal Partys und andere Veranstaltungen auf denen man gerade am Anfang der Studienzeit relativ einfach Kontakte knüpfen kann. Wer sich also ohnehin schwer damit tut, neue Leute kennenzulernen, sollte eher über eine WG oder ein Wohnheim nachdenken. Aus der “Luxus und Komfort”-Sicht ist allerdings definitiv die eigene Wohnung die erste Wahl.


Wohngemeinschaft (WG):

Die WG stellt eigentlich die typische Form des studentischen Zusammenlebens dar. In erster Linie steht die Kostenersparnis im Vordergrund, da man wohl kaum günstiger wohnen kann, als in einer WG. Mit etwas Glück erhält man sogar ein relativ großes Zimmer für einen vergleichsweise günstigen Mietpreis. Ausserdem kommt in einer WG nie Langeweile auf und man hat eigentlich nie das Gefühl des Alleinseins.

Doch was aus der Sicht des einen Vorteile sind, sind aus der Sicht des Anderen Nachteile, denn nicht jeder fühlt sich in einer WG wohl. Die Liste möglicher Probleme lässt ist schier unendlich: man selbst liebt Sauberkeit und Ordnung, die Mitbewohner stören Staubwolken in der Wohnung überhaupt nicht – selbst ist man immer Pflichtbewusst, die Mitbewohner lassen den Müll schon mal stehen – täglich grüßt das Murmeltier oder besser gesagt das besetzte Bad, obwohl man sowieso schon spät dran ist – man hat am nächsten Morgen eine Klausur, beim Mitbewohner ist heute Spieleabend. Natürlich lassen sich viele dieser Probleme durch stetige Kommunikation umgehen, doch manches bleibt auch einfach und kostet dann viele Nerven. Nicht selten spreche ich mit Leuten, die binnen einem Zeitraum von zwei Jahren bereits die vierte WG durchwandern.

Somit erscheint die WG in Bezug auf Finanzen und gesellschaftliches Miteinander als gute Wahl, allerdings wird man sich selbst auch immer in gewisser Weise anpassen und einschränken müssen.

Wohnheim:

Wohnheime eigenen sich aus meiner Sicht perfekt als Übergangslösung. Für einen in der Regel relativ geringen Mietpreis erhält man ein bereits eingerichtetes Zimmer (Bett, Schreibtisch, Regal, Schrank), welches sofort Bewohnbar ist, aus dem man aber auch binnen zwei Stunden wieder komplett ausziehen kann. Wöchentliche Wohnheimpartys und das Wissen, dass im Haus nur Studenten leben, führen zur sofortigen Integration ins örtliche Studentenleben.

Auf der andern Seite hört man über Wohnheime auch sehr oft negative Dinge, wie etwa unhygienische Zustände und konstante Lärmbelästigung. Ich selbst habe schon sehr schöne Wohnheime gesehen, aber auch sprichwörtliche Baracken. Im Endeffekt, wie so oft, entscheidet der jeweilige Preis über die Qualität des Wohnheims.

Was meint ihr? Wie lebt ihr persönlich

Posted by Frank   @   15 März 2009 11 comments
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11 Comments

Comments
Mrz 15, 2009
6:11 pm
#1 Daniel :

Ich wohne in einer 2er-WG und bin super zufrieden. Mit den gemeinsamen Einkäufen und den größeren Verpackungen lässt sich jede Menge Geld sparen. Ansonsten ist deutlich ruhiger und wohnlicher als im Wohnheim, daher votiere ich eindeutig zur WG :)

Mrz 15, 2009
6:32 pm
#2 Nici :

Ich wohne mit meinem Mann zusammen in einer “normalen” Wohnung. Also quasi eine zweier WG. ^_~
Alles andere wäre für uns als Paar auch undenkbar…

Mrz 15, 2009
6:44 pm
#3 frank :

ich wohne auch mit nem alten klassenkameraden zusammen, aber irgendwie weigere ich mich immer das als “typische” WG anzusehen ^^

@nici: als paar ist es sowieso immer was anderes :) als paar in wg wär schon seltsam ^^

Mrz 16, 2009
7:50 am
#4 geby :

Ich lebe in einer WG im Wohnheim!

Ich kann beides nur weiterempfehlen.

Wohnheim hat so unglaublich viele Vorteile! Lärm sollte man ab und an aber schon mal abkönnen.

Das Leben besteht ja nicht nur aus Lernen.

Mrz 16, 2009
8:27 am

also für mich ist es hier in München nahezu unmöglich, selber eine wohnung zu unterhalten. Da läuft es nicht nur bei Studenten auf eine Wohngemeinschaft hinaus.

Author Mrz 16, 2009
11:37 am
#6 Frank :

ja münchen ist wohl schon sehr teuer. das mit wg im wohnheim kenn ich auch und ich hab oben ja auch versucht es neutral zu halten… gibt auch gute wohnheime :)

Aug 26, 2009
4:04 pm
#7 Felix :

Hallo zusammen, schöner Artikel gut zusammengefasst. Haben etwas ähnliches auch unter http://www.erstewohnung24.de/mein-auszug/wohnsituation beschrieben.

gruß
Felix

Dez 27, 2009
9:08 am
#8 John :

und wenn ihr dann noch tipps zu kautionen benötigt, gibts bei http://www.mietkautionskonto.org eine gute übersicht was hier beachtet werden muss

Jan 6, 2010
2:14 pm
#9 m4ki :

Ich wohne in einem recht schönen Studentenwohnheim. Viele meiner Freunde wohnen nur ein paar Türen entfernt, es gibt regelmäßig Parties und Barabende und die meisten, die hier wohnen, sind wirklich nett.
Allerdings muss ich auch sagen, dass es sehr laut werden kann. Fast jede Woche kommt irgendwer mitten in der Nacht betrunken nach Hause und macht im Gang Radau. Gerade in der Prüfungszeit, wenn die, die ihre Klausuren schon geschrieben haben, im Garten eine Party feiern, kratzt das schon an den Nerven. Da wünsche ich mir dann, eine ruhige Wohnung irgendwo für mich allein zu haben. Aber zur Not kann man ja immer noch in die Bib.

Mrz 25, 2010
10:41 am
#10 Helene :

Ich wohne seit kurzem auch eine WG, stadtnah und sehr nette Mitbewohner. Da die Mietkaution 3 Kaltmieten betrug, habe wir uns für einen Kautionsschutzbrief entscheiden (http://mietkautionskonto.info/kautionsschutzbrief/). Somit hatten wir mehr Geld für die eigene Einrichtung und keiner musste alleine viel Geld zahlen, dass nicht genutzt werden kann. Vielleicht hilft der Tip ja dem ein oder anderen.

Gruß
Helene

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