Das duale Studium in Berlin als Weg in den Beruf

Das duale Studium in Berlin als Weg in den Beruf

Studieren gilt in Deutschland als die beste Option, um langfristig beruflich erfolgreich sein zu können. Vielen Interessierten ist die wissenschaftliche Theorie jedoch zu „trocken“ und Unternehmen beklagen fehlende Praxiskenntnisse.

In diesem Spannungsfeld ist das duale Studium eine interessante Möglichkeit, um eine berufliche Ausbildung und einen akademischen Abschluss zu vereinen. Das Ergebnis sind erstklassige Berufschancen, Praxiserfahrung schon beim Einstieg und ein Bachelor-Abschluss am Ende des Studiums – eine reizvolle Kombination.

Obwohl diese Studienform vor allem im Südwesten der Republik sehr beliebt ist, bieten auch andere Bundesländer und speziell Berlin über Universitäten und Fachhochschulen wie die bbw Hochschule Plätze für ein duales Studium.

Was ist das duale Studium?

Diese besondere Studienform ist in den 1970er-Jahren im Raum Stuttgart entstanden. Ziel war es, wissenschaftliche und berufliche Ausbildung zu kombinieren. Es gibt eine ganze Reihe von verschiedenen Konzepten. Einige beinhalten einen kombinierten Ausbildungsabschluss und einen Bachelorabschluss, andere bieten den Hochschulabschluss mit einem sehr straken Praxisbezug durch eine zeitgleiche Mitarbeit in einem Unternehmen. In allen Fällen ist der Anteil der Berufspraxis wesentliches Kernelement des Studienangebots. Daher heißt diese Ausbildungsform manchmal auch kooperativer Studiengang.

Die „doppelte Ausbildung“ hat einen entscheidenden Vorteil. Wer sich für das duale Studium entscheidet, bietet Arbeitgebern nicht nur einen fundierten wissenschaftlichen Abschluss in seinem Fachbereich und damit das erforderliche akademische Wissen, um Führungsaufgaben zu übernehmen. Vielmehr überzeugen solche Spezialisten auch durch praktische Berufserfahrung. Die Theorie der Hochschule ist mit einem intensiven beruflichen Lernen im Unternehmen verknüpft. Das ist ein großer Pluspunkt am Arbeitsmarkt.

Duales Studium doppelter Abschluss

Besonderheiten der Studienform

Die Verknüpfung von Hochschule und Berufsausbildung ergibt für Interessierte einige Besonderheiten. Das beginnt mit der Bewerbung. Diese richtet sich nicht an die Hochschule. Vielmehr ist sie an die kooperierenden Unternehmen zu senden. Das heißt ganz konkret: Auch wenn die Studienvoraussetzung erfüllt ist, entscheidet das angeschriebene Unternehmen, ob ein Bewerber den Platz bekommt. Der Grund ist einfach: Studierende erhalten vom Arbeitgeber ein monatliches Gehalt. Das liegt je nach Branche und Region bei einem Betrag von 700 bis 1.200 Euro pro Monat.

Damit ist auch schon die zweite Besonderheit umrissen. Wer einen Studienplatz erhält, ist zugleich an einen Arbeitgeber gebunden. Der Vertrag läuft über die Dauer des dualen Studiums. Wechsel sind in der Regel schwierig und sollten nur in Ausnahmefällen angestrebt werden. Dadurch geht Flexibilität verloren, die Studierende sonst haben.

In der Regel findet rund die Hälfte der Ausbildungszeit im Betrieb statt. Die Aufteilung ist dabei von Hochschule zu Hochschule und von Branche zu Branche unterschiedlich. Manchmal gibt es Blockunterricht in der Hochschule und dann wieder reine Betriebsphasen, manchmal wechselt beides im Wochenrhythmus.

Die Kombination aus beruflicher und akademischer Ausbildung bedingt allerdings mehr Engagement. Es ist eine klassische Doppelbelastung, da Inhalte aus dem beruflichen Umfeld und dem Hochschulstoff zu meistern sind. Das verlangt eine gute Organisation, stetiges Lernen und nicht zuletzt die Bereitschaft, diese Doppelausbildung „durchzuziehen“.

Welcher Studiengang ist geeignet?

Grundsätzlich sind die kooperativen Studiengänge in allen Fachbereichen möglich. Besonders viele Angebote für duale Studiengänge gibt es für technische bzw. ingenieurwissenschaftliche Berufe, Wirtschaftswissenschaften/BWL, im sozialen Bereich sowie für IT-Berufsfelder. Denn in diesen Bereichen ist die praktische Erfahrung besonders wichtig. Durch die Kombination aus Mitarbeit und Ausbildung im Unternehmen lernen die Studierenden die Verknüpfung von Theorie und Praxis an echten Projekten und erhalten so frühzeitig einen Bezug zu den besonderen Anforderungen im Job.

Vorteile studieren Homeoffice

Duales Studium in Berlin

Berlin ist als Standort für ein duales Studium besonders interessant. In der Metropole gibt es fast 200.000 eingeschriebene Studenten. Ein kleiner Teil nutzt kooperative Studiengangangebote. Diese sind in der Hauptstadt in nahezu allen Fachbereichen möglich, da die Stadt über eine sehr vielseitige Wirtschaft verfügt. Von Großindustrie über Finanz- und Versicherungsunternehmen, Dienstleistungsfirmen sowie Softwareanbietern bis zum produzierenden Gewerbe ist alles in der Metropole vertreten. Welche Optionen möglich sind, findet ihr unter anderem auf der Übersichtsseite der Berliner IHK.

Berlin bietet als Hochschulstandort mehr. Zum einen gibt es vergleichsweise kurze Wartelisten für Plätze in Wohnheimen. Zum anderen lockt die Stadt mit einer ungeheuren Vielfalt an Aktivitäten und Kulturangeboten. Das Studentenleben ist so facettenreich wie sonst kaum. Berliner Großstadtflair, die Bezahlung aus dem Studium und die Freizeitangebote sind in der Summe besonders attraktiv.

Doppelter Abschluss bietet bessere Berufschancen

Obwohl das duale Studium zum großen Teil im Betrieb stattfindet und je nach Angebot sogar ein doppelter Berufsabschluss enthalten ist, dauert es in der Regel nicht länger als ein Hochschulstudium. Sechs bis acht Semester für den Bachelor sind je nach Fachbereich Standard. Dabei leistet jeder ein Pensum von umgerechnet 180 ECTS (Credit Points), wie es für Bachelor-Studiengänge üblich ist.

Mit der besonderen Qualifikation haben Absolventen auf dem Arbeitsmarkt gute Jobchancen. Zum einen winkt häufig eine Übernahme in den Ausbildungsbetrieb. Zum anderen sind sie als Fachkräfte mit Praxisbezug für viele Arbeitgeber eine erstklassige Wahl, um mit ihnen sofort herausgehobene Positionen zu besetzen. Die Chancen durch die duale Ausbildung und die bereits gesammelte Berufserfahrung sind dabei besonders in den Segmenten groß, in denen der Fachkräftemangel besonders ausgeprägt ist.

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