Was verdient eigentlich ein Professor?

Manch einer von euch hat sich bestimmt schon mal die Frage gestellt, was denn eigentlich ein Professor so verdient. Ich bin dieser Frage mal nachgegangen und bin dabei auf die so genannte W-Besoldung gestoßen, denn Professoren werden seit dem 1. Januar 2005 nur noch ins W-Amt berufen.

Es gibt drei Stufen innerhalb der W-Besoldungsgruppe: ein Juniorprofessor wird nach W1 mit 3.405,34 € entlohnt, ein W2-Professor erhält 3.890,03 € monatlich und ein W3-Professor immerhin 4723,61 €. Hinzukommen können Familien- und Leistungszuschläge, etwa bei der Übernahme besonderer Aufgaben oder besonderer Leistungen in Forschung und Lehre.

Eine ganze Stange Geld würde man meinen, im internationalen Vergleich jedoch, verdienen Professoren in Deutschland recht wenig. In anderen Ländern sind zum Teil Gehälter um die 10.000 € monatlich und mehr üblich – und das nicht nur an Elite-Universitäten in den USA. Auf der anderen Seite, sind die Leistungen manche Professoren jedoch noch nicht einmal 2000 € wert.

11 Kommentare

  1. SaschaW sagt:

    Der letzte Satz ist entscheidend. Wir haben einige Professoren, die jedes Semester das gleiche Programm abspulen und sicherich nichtmal W1-Wert sind. Das mit den 10.000+ ist dann aber richtig krass. Vermutlich wird bei diesem Summen aber auch mehr gefordert vom Lehrkörper.

  2. Hofnarr Florian sagt:

    Die von dir genannten Zahlen sind aber recht nieddrig für eine solche Position. Ich hätte gedacht, dass unsere „geistige Elite“ mehr verdient.

    Naja unsere BWL-Profs machen nebenbei alle Manager-Schulungen und verdienen sich ein nettes Zubrot.

  3. Jeanette sagt:

    Nicht zu vergessen die Einnahmen durch die von Ihnen geschrieben Bücher…

  4. patte sagt:

    Und die bezahlten Luxuswohnungen von den Gastdozenten hier in Berlin 🙂

  5. eternal gay sagt:

    Ich sehe das nicht so mein lieber herr. Ey komm mal klar, das ist echt nicht nett!

  6. hardcora sagt:

    Eine ganze Stange Geld würde man meinen, im internationalen Vergleich jedoch, verdienen Professoren in Deutschland recht wenig. In anderen Ländern sind zum Teil Gehälter um die 10.000 € monatlich und mehr üblich – und das nicht nur an Elite-Universitäten in den USA. Auf der anderen Seite, sind die Leistungen manche Professoren jedoch noch nicht einmal 2000 € wert.

  7. Academic sagt:

    Die Sache mit den 10,000 Euro monatlichen Gehaeltern im Ausland ist durchaus richtig aber leider fehlt da ein wichtiger Zusatz. Waehrend in Deutschland alle Professoren in einer Besoldungsstufe das gleiche Grundgehalt haben, ist dies im Auland nicht der Fall. D.h. ein Geschichtsprof. im Ausland verdient weniger als ein BWL Prof. an der gleichen Uni (und zwar wesentlich weniger). Waehrend der BWL Prof. (vor allem ein Finance Prof.) relativ locker 10,000 Euro monatlich verdient, bekommt der Geschichts Prof. weniger als die Haelfte. Der Grund fuer den Gehaltsunterschied liegt vor allem auch in Angebot und Nachfrage. Wenn eine Uni einem BWL Prof. nicht genuegend bezahlen wuerde, dann wuerde dieser Prof. fuer wesentlich mehr Geld in der freien Wirtschaft arbeiten. Diese Gefahr ist logischerweise wesentlich geringer fuer einen Geschichtsprof und somit auch sein/ihr Gehalt.

    Solltet Ihr mir nicht glauben, dann koennt Ihr das gerne auch selbst nachpruefen. Alle Gehaelter von oeffentlichen Unis in den USA (nicht von Privatunis) muessen veroeffentlicht werden. Mittlerweile bieten viele Uni-Bibliotheken das auch online an. Z.B. kann man alle Gehaelter der University of Michigan (eine der besten oeffentlichen Unis) online in einem Excel Sheet bekommen.

    Ach ja, @Jeanette: Nur ca. 1% der akademischen Buchautoren verdienen damit nennenswert Kohle (die aber dann richtig). Die restlichen 99% wuerden mehr vedienen wenn sie anstatt Buecher zu schreiben bei McDonalds Burger braten wuerden.

  8. Sebastian sagt:

    Ist wirklich nicht so viel, aber wie schon gesagt.. einige sind nichtmal 2.000 wert 😉

  9. Max sagt:

    Das mit den Burger braten glaube ich eher weniger… Aber, wenn so ein Prof. Ich sprech jetzt mal bewusst nicht vom Gesundheitswesen weil die ja noch andere Gehälter bezahlt bekommen, sondern eher von Bwl, Mathe, Informatik, Maschinenbau Prof. Werden sicherlich nach ihren prof-Titel direkt zur Hochschule gerannt sein um zu flehen mit w1 anzufangen… Solche steigen meistens erst mal in Firmen ein wie Siemens und co und gehen da mal nen bisschen mehr Geld verdienen … Und wenn man dann so Mitte 40 ist dann kann man ja noch zur Hochschule und da verdienen diese noch auch neben der eigendlichen Arbeit noch Geld (nicht gering) nebenbei…

  10. Henning sagt:

    Also ich verdiene als Uni-Professor netto 12x 5350 Euro im Jahr (verheiratet, 2 Kinder, 49 Jahre alt). Einnahmen aus VG Wort (Bücher) liegen bei ca. 1000 Euro pro Jahr (muss versteuert werden) und dann kommt noch der ein oder andere Beratungsauftrag / Gutachten hinein. Letzteres liegt im Schnitt bei ca. 15000 Euro pro Jahr. Das netto Gehalt liegt somit bei ca. 6000 Euro im Monat.

  11. Michael sagt:

    Ich verdiene als Professor im Ausland 110.000 Euro brutto (verheiratet, 2 Kinder und 44 Jahre alt). 500 Euro VG Wort und tatsächlich auch ab und zu ein Beraterauftrag für 12000-15000 pro Jahr. Ergibt etwas mehr als 6200 Euro netto bei mir.

    Ein W3-Prof in Deutschland kommt bei der Erstberufung auf Grundgehalt + Familienzuschlag + Leistungszuschlag (ca. 800-900 Euro pro Monat). Macht so um die 80.000 Euro brutto. Da man meistens Beamter ist, sind die Abzüge nicht ganz so hoch (-35%) und später mal hat man eine gute Pension. Wenn man noch einen Ruf an eine andere Universität bekommt und gut verhandelt, dann steigt das Gehalt monatlich um ca. 1200-2000 Euro nochmals an. Man erreicht so ein Einkommen von 100.000 Euro pro Jahr.

    Das Gehalt von Spitzenprofessoren und Direktoren größerer Einrichtungen liegt zwischen 100.000 bis 130.000 Euro pro Jahr. Das Durchschnittsgehalt über alle Professoren hinweg liegt in Deutschland bei ca. 90.000 Euro brutto. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind dabei sehr hoch (Bayern super, Brandenburg eher schlecht).

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