Bologna-Reform: Mehr Auslandsaufenthalte für europäische Studenten

Wie einem Artikel der Zeit zu entnehmen ist, verbringen derzeit lediglich 5 Prozent der Studenten ein oder mehrere Semester im Ausland – Tendenz fallend. Das soll sich nun ändern, zumindest wenn es nach dem Willen der Bildungsminister von 46 Nationen geht, die sich anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Bologna-Reform im belgischen Leuven zusammengesetzt haben.

Dabei hat man sich stolze Ziele gesetzt: bis 2020 soll die Zahl der Studenten, die in ihr Studium ein Auslandssemester einschieben, auf 20 Prozent ansteigen. Finde ich persönlich ja sehr ehrgeizig. Vielen Studenten ist das Studieren im eigenen Land ja schon zu teuer, wie soll man ihnen da ein Semester im Ausland schmackhaft machen? Etwa durch die Tatsache, dass fast keine im Ausland erbrachten Leistungen in Deutschland angerechnet werden und damit das Semester de facto verschenkte Zeit ist? Vielleicht aber auch mit dem kaum ausreichenden Auslands-BAföG und Stipendien, die zwar helfen, aber bei Weitem nicht ausreichend sind.

Ich selbst bin auch noch am überlegen, ob ich ein Auslandssemester machen soll oder nicht. Aber wo liegt der Reiz? Erasmus und Co. sind mit einem solchen bürokratischen Aufwand verbunden, da kann ich auch gleich einen verlängerten Urlaub machen. Was für Erfahrungen habt ihr im Ausland gemacht?

4 Kommentare

  1. Mo sagt:

    so groß ist der Aufwand nicht wirklich. Man sollte drauf achten, dass man einfach ne gute Abwägung findet zwischen Scheinen und soviel Spass wie möglich. Bei mir hat das mit Granada ganz gut geklappt. Is ne klasse Lebenserfahrung!

  2. Wing Student sagt:

    Also ich werde voraussichtlich nächstes Jahr für ein Semester in Australien studieren. Der Aufwand ist doch schon erheblich. Visum, Module raussuchen, vom Prof abnehmen lassen (wegen Anerkennung), Bafög und Stipendien beantragen etc… Also ich bin jetzt fast durch mit dem Kram und kann sagen es war eine ganz schöne Aktion.

    Liebe Grüße

    Oliver

  3. suz sagt:

    Ich war 2005 zwei Semester in Australien. Der Aufwand ist natürlich subjektiv, aber eigentlich überschaubar, auch als „free mover“. Ich war zwar im Rahmen eines Austauschprogramms dort, allerdings war ich für alle Formalitäten selbst verantwortlich. Wer den ganzen Krempel einen „Heidenaufwand“ nennt, der vergisst, dass ja selbst die Einschreibung bzw. Weiterführung an deutschen Unis mit nicht wenig Aufwand verbunden ist.

    Viel schwieriger fand ich die Finanzierung des Ganzen. Ausgehend von 300 Euro Inlandsbafög waren die letztlich gezahlten knapp 200 Euro inklusive aller Zuschläge schon ein Hohn. Hätte ich das vorher gewusst (Bescheid und Geld kamen erst Mitte des zweiten Semesters in Australien, trotz Antragstellung mehr als sechs Monate vor Abreise), hätte ich mir das schon überlegt, zumal ich zwischenzeitlich finanziell in Sydney fast unter die Räder gekommen bin.

    Rückblickend war es natürlich bereichernd – auch wenn ich durch die finanzielle Schieflage zwei von drei Scheinen im zweiten Semester dort nicht bestanden habe.

    Beantworte gerne weitere Fragen.

  4. Sven sagt:

    ich habe ein semester in taipeh studiert und da es für mich verpflichtend war (bachelor bwl an der uni mannheim) hat sich die uni um alles gekümmert. war recht wenig bürokratie und die anrechnung kein problem.

    geht also auch unkompliziert. ich empfehle ein semester im ausland jedem studenten. öffnet den horizont.

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