Fußball als Gottesersatz – Etwas zum Nachdenken

Da ich selbst seit meinem 7. Lebensjahr Fußball spiele und ich in einer fußballverrückten Familie aufgewachsen bin, habe ich mir einmal ein paar Gedanken zum Thema Fußball gemacht. Ich werde also tagtäglich mit dem Fußball konfrontiert. Ich selber sehe daher Parallelen zwischen der Religion und dem Fußball. Schon früher wurde mir deutlich, dass es unterschiedliche Rituale in den verschiedenen Familien gab, die einen gingen Sonntags in die Kirche die anderen trafen sich am Sportplatz beziehungsweise im Stadion. Ich finde, dass das Stadion als eine Art Kirche gesehen werden kann. Es ist ein Treffpunkt für Menschengruppen mit selben Interessen. Auch wie die Kirche ist das Stadion zu bestimmten Zeiten geöffnet beziehungsweise finden Gottesdienste oder Spiele statt. Auch die Zeremonie, bei der die Spieler auf das Feld laufen würde ich mit der Religion vergleichen. Ich vergleiche es mit den Gesängen in der Kirche. Parallelen sehe ich auch bei der Kleidung. Die Vereinsfarben stellen eine Symbolik dar, wie sie in der Kirche zum Beispiel mit dem Kreuz zu vergleichen ist. Auch Vereinsheime haben für mich einen Erinnerungswert der Kirche. Die ausgestellten gewonnenen Pokale oder von anderen Mannschaften erworbenen Wimpel erinnern mich an einen Schrein in der Kirche. Dies waren also ein Paar Anlässe warum ich der Meinung bin, dass es zwischen dem Fußball und der Religion Parallelen gibt.

Stadion als Ersatz einer Kirche bzw. einer Pilgerstätte?

Wie schon oben genannt bin ich der Meinung, dass es Parallelen gibt. Die katholische Kirche wird als Gemeinschaft zwischen Gott und den einzelnen Menschengruppen bezeichnet. Sie dient also als Treffpunkt für gläubige Menschen. In der Kirche können sich die Menschen Gott ganz nahe fühlen. Und genauso sehe ich es mit dem Stadion. Das Stadion dient als Treffpunkt für Anhänger eines bestimmten Vereins. Jeder ist willkommen genau wie in der Kirche. Im Stadion können sich die Anhänger ihres Vereins der Mannschaft ganz nahe fühlen, da das Stadion als Gemeinschaft zwischen Fans und Verein steht.

„Eine Wallfahrt, in eine bestimmte Richtung ziehen, ist eine traditionelle Reise, um ein heiliges Gebot zu erfüllen oder zum Zweck des Besuches einer bestimmten Pilgerstätte mit religiöser Bedeutung“. (Wikipedia.de). Auch hier bestehen Parallelen zum Stadion. Viele Fußballanhänger besuchen nicht nur das Stadion in ihrer Nähe, sondern nehmen auch lange Fahrten in den Kauf. Ein gutes Beispiel dafür ist die Weltmeisterschaft in Südafrika. Auch wenn die Spiele der deutschen Nationalmannschaft auf einem anderen Kontinent stattfinden gibt es Fans, die die lange Reise in Kauf nehmen um der Nationalelf beizustehen. Sie möchten sich der Mannschaft nahe fühlen. Genau wie bei einer Pilgerstätte wollen die Anhänger des Fußballs das Gefühl selbst erleben. Bei einer Pilgerstätte können sich die Pilgerer unterschiedlichen Geschehnissen nahe fühlen, genauso ergeht es den Fans im Stadion.

Einlauf der Spieler mit Fangesängen vergleichbar mit Kirchengesängen?

In der Kirche dienen Kirchengesänge zum einen dazu, um die Leute insbesondere die Kinder an die Inhalte der Religion heranzuführen. Außerdem besagt der Psalm 59:19 der Luther Bibel (1912), „Ich aber will von deiner Macht singen und des Morgens rühmen deine Güte; denn du bist mir Schutz und Zuflucht in meiner Not“. In der Religion singt man also, um Gott für seine Macht zu schätzen und um ihm zu danken, dass er immer da ist und Schutz bietet. Wenn ich dies lese finde ich, dass es auch hier Vergleiche zum Fußball gibt. Die Fans im Stadion singen um ihrem Verein Kraft und Unterstützung zu geben. Sie singen, da sie den Verein als eine Art Gott sehen und an den Erfolg glauben. Sie würden alles für den Verein tun und danken dem Verein für die guten Zeiten, die sie mit ihm haben. Auch die Musik ist in beiden Bereichen als eine Gemeinschaft zwischen Menschen und der Religion beziehungsweise dem Fußball zu sehen. Die Menschen bedanken sich damit für alles was sie durch den Fußball und die Religion bekommen.

Alles in allem bin ich der Auffassung, dass man den Fußball als Gottesersatz sehen kann. Es gibt Menschen, die sich mit der Religion identifizieren und es gibt Menschen die sich durch ihre Liebe zum Verein identifizieren. Alle sehen dies als einen Anhaltspunkt an dem man Kraft durch Zusammenhalt mit anderen Menschen findet.

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