Wenn Hochschulprofessoren zu Kinderpornos greifen

Es ist schon ein Skandal sondersgleichen, für den ein Professor der Universität Göttingen gesorgt hat. Vor mehr als zwei Jahren war bekannt geworden, dass der Familienvater und Hochschuldozent Kinderpornos aus dem Internet geladen und regelmäßig konsumiert hatte – dabei handelte es sich sowohl um Bilder, als auch um Videos.

Dies geschah nicht etwa in der heimischen Umgebung, nein der Professor lagerte die Dateien auf seinem Dienstrechner an der Hochschule. Es kam zur sofortigen Suspendierung und einer Geldstrafe von 9000 €. Obwohl sich der Professor nach Bekanntwerden der Vorwürfe in psychologische Behandlung begeben hatte, verlagerte er den Konsum der Kinderpornos vom Dienstcomputer auf den heimischen PC. Das Verwaltungsgericht Göttingen bestätigte nun die Suspendierung als rechtmäßig, denn es sei Studenten nicht zuzumuten, sich von einem Professor mit einer solchen Neigung unterrichten zu lassen.

Ich frage mich ja nun, wie es überhaupt sein kann, dass darüber nachgedacht wird, einer solchen Person eventuell die Professur zurückzugeben. In Sachen Kinderpornografie sind die Gesetze in Deutschland derzeit noch mehr als lasch – wobei eine Zensur des Internets, wie sie derzeit von einigen Parteien postuliert wird, der komplett falsche Ansatz ist. Dennoch zeigt die Geschichte, dass der typische Konsument von Kinderpornos, nicht unbedingt ein arbeitsloser Hartz-IV-Empfänger ist.

Quelle: spiegel.de

4 Kommentare

  1. Marc sagt:

    mal ne komische rückfrage, wer sagt denn, dass hartz iv und kinderpronographie miteinander etwas zu tun haben?
    und zum anderen, muss man danach fragen, wie man mit kriminellen umgehen möchte. welche möglichkten sind gerechtfertigt.

    ein berufsverbot finde ich dort schwierig, wo derjenige nichts mit kindern zu tun hat. dürfen kfz-mechaniker auch nicht mehr arbeiten, wenn man dort kinderpornographisches material findet?

    nicht falsch verstehen, ich bin für wirksame maßnahmen gegen kipo. aber hexenjagd und pranger sind genauso falsch, wie die internetsperren.

  2. murdock sagt:

    @Marc: Nicht deine Rückfrage ist komisch, sondern eher die Aussage des Autors, die suggeriert, dass ein Arbeitsloser eher zur Pädophilie neigt als ein Akademiker. Das ist feinste CSU-Polemik.

  3. frank sagt:

    Wenn ich den Kommentar von murdock so durchlese, muss ich doch etwas lächeln. Ich weiß ja nicht ob ihr das wusstet, aber in der Gesellschaft ist der typische Konsument von Kinderpornos und Co ein Arbeitsloser der den lieben langen Tag daheim rumsitzt und nichts zu tun hat und kein Professor an einer Uni. Um eben aufzuzeigen, dass dem nicht so ist und diesem Bild entgegenzuwirken, habe ich obigen Post verfasst. Aber egal 😉

  4. Lucrezia sagt:

    Vor ein paar Monaten gab es in Österreich einen ähnlichen Fall:

    http://derstandard.at/1289608572214/Graz-Einbrecher-entdeckten-auf-Computer-Kinderpornos

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