Altes Lehramt – Ein Dschungel!

Die Universität in Essen-Duisburg gehört zu den wenigen Universitäten in Deutschland, die noch das alte Lehramt anbietet. Begriffe wie „Bachelor“ oder „Master“ sind für Lehramtsstudenten eher Fremdwörter. Rückblickend ärgere ich mich als Englisch- und Geschichtsstudent (Haupt-, Real- und Gesamtschule) darüber, dass ich das alte Lehramt bevorzugt habe. Wieso?

Zum einen sind wir alle aus unserer Schulzeit verwöhnt. D.h. wir bekommen einen Stundenplan vorgegeben und halten uns an feste Ablaufpläne. Die Bachelor-Studiengänge folgen diesem Vorbild, jedoch ist der Lehramtsstudent beim alten Lehramt selbst für seine Zeiten und Kurse verantwortlich. Klingt toll? In der Theorie mag das zutreffen. Zumindest war ich im ersten Semester begeistert, als ich mir Freitags einen freien Tag genehmigen konnte und weitere Freiheiten genoss. Leider spürte ich dann im zweiten Semester sehr schnell, dass ich viele Kurse gar nicht besucht hatte, die ich hätte besuchen sollen. Es gibt soviele Dinge zu beachten, die man gar nicht alle beachten kann.

Dem Studenten wird in gewisser Weise eine Eigenverantwortung für sein Studien überlassen, wobei er von „tuten und blasen“ keine Ahnung hat. Natürlich gibt es die Fachschaften für Hilfe aber diese motivierten Leute denken auch nicht an alles. Gleiches gilt für Ablaufpläne, die das Studium erleichtern sollen. Es gibt kaum einen Studenten in meinen Kursen, der nach zwei Semestern schon den kompletten Umfang seines Studiums verstanden hat. Stattdessen hofft man darauf, dass man auch an alles gedacht hat und verschwendet Stunden in den Räumen der Fachschaft, weil man Hilfe benötigt.

Wer also überlegt das alte Lehramt zu studieren, sollte diese Dinge im Hinterkopf behalten. Persönlich bereue ich die Entscheidung und denke momentan darüber nach, ob ich nicht an eine Uni mit dem Bachelor Lehramt wechsel.

1 Kommentar

  1. Frank sagt:

    Interessanterweise ist es bei uns gerade anderst rum. Fast jeder Bachelor überlegt auf Staatsexamen zu wechseln, einfach weil der Stress und die Unkoordiniertheit der Bachelor-Studiengängen den Leuten zu schaffen macht. Ich denke aber, dass das wohl auch von Uni zu Uni anderst ist.

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