Betrug: Seminararbeiten, Diplomarbeiten und Examensarbeiten schreiben lassen

Vorgestern bin ich im Netz auf eine Website gestoßen (der Name der Seite bleibt hier ungenannt), auf der man angefangen von der normalen Seminararbeit, über juristische Gutachten, bis hin zu Diplom- und Examensarbeiten alles in Auftrag geben kann – und das scheinbar ganz legal. Während für die Anfertigung von Diplom- und Examensarbeiten eine vorherige Kontaktaufnahme notwendig ist, gibt es für Seminararbeiten bereits Pauschaltarife. So kommt eine Seminararbeit mit 12 Seiten auf runde 400 € bei einer Lieferzeit von 7 bis 8 Werktagen.

Ich bin erstaunt, dass eine solche Dienstleistung öffentlich im Internet angeboten wird, denn immerhin handelt es sich dabei um nichts anderes als Betrug. Wer seine Seminar- oder Diplomarbeit von Dritten anfertigen lässt, macht sich strafbar und riskiert das Ende seiner gesamten akademischen Laufbahn. Man kann nun natürlich argumentieren, dass so etwas schwer nachvollzierbar ist, was bei einer normalen Seminararbeit vielleicht noch zutrifft – spätestens bei einer Diplomarbeit jedoch wird es sehr kritisch.

Ohnehin erscheint es unsinnig solche Dienste zu beanspruchen, da man spätestens im Berufsleben auf sein eigenes Wissen zurückgreifen muss. Oder wie seht ihr das?

15 Kommentare

  1. Michael sagt:

    Ich hatte mir die Seite auch angeschaut und muss fragen: Was soll daran Betrug sein? Und illegal ist es schon 2x nicht.

    Was ist Betrug wenn z.B. ich für dich eine Seminararbeit schreibe? Wenn du sie dann in deinem Namen abgibst, DANN ist es Betrug. Den begehe dann aber nicht ich, sondern du.

  2. Frank sagt:

    Sorry, das hatte ich vergessen. Menschen die auf so etwas zurückgreifen machen dies, um sich eine schöne Tapete für ihr Zimmer anfertigen zu lassen. Niemals hätte jemand den Hintergedanken, eine Seminararbeit dann auch tatsächlich abzugeben. Und die Macher der Seite erst, die wollen den Studenten doch nur zeigen, wie sie eine Hausarbeit schreiben sollten. Mein Fehler…

  3. Frank sagt:

    Ausserdem stört es mein persönliches Rechtsempfinden, wenn man Schüler und Studenten de facto dazu verleitet, sich wissenschaftliche Arbeit gegen Geld anzueignen, anstatt sich selbst die Mühe zu machen. Ich denke, manche Leute sind sich der Folgen gar nicht bewusst.

  4. Michael sagt:

    Bei der Schlussfolgerung könntest du auch schreiben:
    Alle Hersteller von Schuss- oder Stichwaffen sind Mörder. 😉

    Wenn du aber z.B. eine Axt im Baumarkt kaufst und mit dieser dann jemanden umbringst, kann doch der Baumarkt nichts dafür.

  5. Frank sagt:

    Ja nur der Gebrauch einer Schusswaffe und einer Axt nicht per se verboten ist, Plagiate sind dies jedoch, also erfüllen sie auch keinen Nutzen.

  6. Jeanette sagt:

    Ich muss euch beiden Recht geben.

    Zum einen – so hat uns unser Recht-Dozent damals aufgeklärt – handelt es sich bei der Erstellung von solchen Arbeiten um eine höchstpersönliche Pflicht, welcher man sich nicht durch Ausstellung einer Vollmacht entziehen kann, bzw. welche man dann nicht von einem anderen anfertigen lassen kann.

    Zum anderen ist es eine Dienstleistung, die ja nunmal käuflich erworben werden kann, wie bspw. das Zusammenstellen eines Kataloges durch eine Kreativagentur.

    Ich selbst finde das Ganze etwas fragwürdig und bin mir sicher, dass es an den Hochschulen unter den Profs bald die Runde machen wird und die dann Mittel und Wege finden werden. Denn meiner Meinung nach kann ein Student, der so eine Leistung erwirbt, dieselbige nicht ausreichend in einer mdl.Prüfung „verteidigen“.

  7. damiroquai sagt:

    @#1 (Michael). tja, der Mann hat Recht. Es ist eine Dienstleistung und was Du damit machst..tja. @#6 Jeanette. Ja, es ist eine höchstpersönliche Pflicht, seine Abschlussarbeit zu schreiben. Doch wen juckts. Ein akademischer Abschluss ist nowadays eh nichts wert. Ich kenne genug Professorinnen, die sich den Weg in Ihre Juniorprofessur hochgeschafen haben. Und Geld hat schon immer geholfen. Ich schreib jedes Jahr zwei Diplomarbeiten und ich scheiss auf unser Hochschulsystem. Puuh..unsere Hochschullandschaft ist sowas von flach..wacht endlich auf.

  8. slade sagt:

    naja die zeitersparnis ist immens und manche nutzen die ersparte zeit um arbeiten zu gehen o.ä.
    hausarbeiten schreiben lassen kann mann unter der homepage http://www.seminararbeit.jimdo.com (guter ghostwriter)

  9. Thomas sagt:

    was soll an ghostwriting illegal sein, wenn jemand einen akademischen ghostwriter beauftragt ist daran doch nichts illegal. was dieser dann mit dem text macht, ist wohl sein problem und nicht das des ghostwriters. eine gute seite für mehr infos findet ihr hier: acad-write.com (sehr gute ghostwriter, mit die grössten und besten auf dem markt).

  10. Maya sagt:

    Ich finde man sollte das von allen Seiten betrachten. Ein Studium ist harte Arbeit. Dazu kommt die Finanzierung. Es bleibt wenig Zeit. Wenn man sich dann da mal helfen lässt, finde ich das nicht verwerflich.

  11. Nicole sagt:

    Solange der Student seine Abschlussarbeit nicht genau vor einer Komission von vielen Dozenten darlegen muss, bei dem er detaillierte Fragen gestellt bekommt, wird die Branche auch weiterhin bestehen.

  12. Anna sagt:

    @Nicole
    ich habe immer gedacht, dass Ghostwriting illegal ist und das der Ghostwriter zusammen mit dem Studenten bestraft wird, doch anscheinend ist das nicht der Fall. Schade, dass die Studenten das direkt an den Unis abgeben, dass zieht sowohl die Wissenschaft als auch die Ghostwriter in den den Dreck!

  13. Benni sagt:

    Eine interessante Diskussion!

  14. Harald sagt:

    Jemand, der einen Text schreibt macht sich ja nicht automatisch strafbar. Im akademischen Ghostwriting werden auch keine Seminararbeiten verfasst, sondern nur Mustervorlagen.

  15. Marie sagt:

    Ich finde auch das normal, dass ich jemanden bitten kann, mir bei der Erstellung einer Studienarbeit zu helfen.

Hinterlasse einen Kommentar

Facebook