Im Traumland der Privathochschulen

Währen normale Hochschulen mit immer weniger Bewerbern zu kämpfen haben, die Studenten sich über überfüllte Hörsäle und schlechte Lehrbedinungen beklagen und sich dennoch wehemend gegen Studiengebühren sträuben, sieht es an Privathochschulen ganz anderst aus.

Trotz Finanzkrise und Studiengebühren von bis zu 5000 € pro Semester bleibt die Nachfrage und die Anzahl der Bewerber konstant. Entsprechend gut sind die Bedinungen an den Privathochschulen, die sich neben den Studiengebühren auch noch durch Investoren aus der Wirtschaft finanzieren. Auf 1200 Studenten kommen an der Bremer Jacobs University 114 Professoren und 194 wissenschaftlichen Mitarbeiter – eine Relation von der jede Elite-Uni in Deutschland nur träumen kann. Natürlich hat das seinen Preis: 54000 € für ein Bachelorstudium (bei 6 Semestern Regelstudienzeit) plus 500 € monatlich für Unterkunft und Verpflegung.

Ich stelle mir die Frage, ob sich diese Investition auch in dem Maße lohnt? Betreuung und Lehre sind natürlich bedeutend besser, als an einer staatlichen Uni, aber wie siehts im Beruf später aus?

5 Kommentare

  1. Tobi sagt:

    Private Hochschulen können sich lohnen. Jedoch kann es auch hier Fehlspekulationen geben, die ein Scheitern dieser Privat-Unis hervorrufen können.

    Wir hatten im vergangenen Jahr einen Blogeintrag ( http://stud-blog.de/?p=168 ) zu diesem Thema geschrieben, in dem vorallem auch die von euch dargestellten positive Aspekte erwähnt werden.

    Ob es für eine selbst erfolgversprechend ist, muss ja eh Jeder für sich entscheiden.

    Euch weiterhin viel Spaß beim Bloggen. 🙂

  2. Simon sagt:

    Für mich sind Privatunis einfach zu teuer.

    Ich kann keine 5000€ pro Semester zahlen.

  3. Birgit sagt:

    Die Frage ist jedoch, ob die Mitarbeiterzahlen gerade an Privatunis immer so stimmen. Die EBS hat beispielsweise angeblich 59 Professoren (Wikipedia). Ich frage mich hier z.B. welche Fachgebiete denn bitte 59 Profs sinnvoll bearbeiten sollen. Da müssten ja für jede BWL und VWL Disziplin jeweils 3 Profs vorhanden sein. Surft man mal auf der Seite kommt man auf weit weniger fest angestellte ordentliche Professoren. Vielfach werden hier noch Honorarprofessoren und Juniorprofessoren mitgezählt. Die Betreuungsrelation als eines der größten Werbeargumente für Privatunis wird dadurch natürlich massiv geschönt.

    Ich habe generell den Eindruck, dass an privaten Unis die Dinge extrem positiv und an staatlichen Unis die Dinge immer extrem negativ dargestellt werden.

    Liest man in Wikipedia den Eintrag privater Unis so scheint man eine Werbebroschüre zu lesen. Der Eintrag staatlicher Unis liest sich eher wie ein Katastrophenreport der schon mal die baulichen Sanierungsmaßnahmen im Detail behandelt.

  4. Frank sagt:

    Das mit den Honoratprofessoren hab ich mir auch schon überlegt. Sinnvoll forschen werden die wenigsten – siehe den Artikel „Adjunct Professor“

  5. Birgit sagt:

    Honorarprofessoren forschen überhaupt nicht. Das sind normalerweise Lehrbeauftragte die nebenberuflich Lehrveranstaltungen anbieten. Oft werden Lehrbeauftragte nach langen Jahren als Lohn Ihrer Mühen zu Honorarprofessoren ernannt.

    Juniorprofs sind das was früher Ober-Assistenten bzw. Habilitanden waren. In eingen Bundesländern gibt es das sogar immer noch. Dabei ist zu beachten, dass die tarifliche Bezahlung der Ober-Assitenten besser ist und sie im Gegensatz zur Junior-Professur zusätzlich in der Regel auf Zeit verbeamtet wurden. Bei der Zählung der Professoren würde man nie auf die Idee kommen Oberassistenten als reguläre Profs zu berücksichtigen. Eher als wissenschaftliche Mitarbeiter mit etwas mehr Erfahrung. Einer der Oberassistenten an unserer Uni hat mir erzählt, dass es für ihn nur einen Anreiz bietet in die Junior-Professur zu wechseln. Die Aussenwirkung des Professor-Titels. Die bezahlt er aber mit der Aufgabe seiner Beamten-Privilegien (private Krankenversicherung) und einer Gehalteinbuße von mehreren tausend Euro.

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